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Mourir: Nous, le venin (Review)
| Artist: | Mourir |
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| Album: | Nous, le venin |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Black Metal, Doom |
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| Label: | Pelagic Records | |
| Spieldauer: | 41:33 | |
| Erschienen: | 10.07.2026 | |
| Website: | [Link] |
Große Frage: Was wohl beobachtet der oberkörperfreie, extrem bedrückt wirkende Mann auf dem Cover des „Nous, le venin“-Albums des französischen postrock-black/thrash-doom-metallischen Finstermann-Quartetts MOURIR?
Die Antwort darauf offenbart die Rückseite des dreiflügeligen Digipaks, noch dazu dass der dürre Mann komplett nackt ist: zwei kämpfende Hunde!
Auch das Album ist der pure K(r)ampf, in dem gedroschen wird (Schlagzeug), geschrien und gegrowlt und gegrummelt (Sänger Oliver Lolmede), Gitarren verzerrt das finstere Grauen offenbaren und mitunter flirrend zerreißen, während der Bass mit seinen Figuren danach klingt, als wollte er die Höllentore aufstoßen.
Für feine Gemüter ist das vom Coverbild her so friedlich anmutende und Fragen aufwerfende Album wirklich nichts.
Schon der das Album eröffnende Titel schleicht sich bedrohlich mäandernd in des Hörers Gehörgänge, um dort dann nach und nach zu explodieren mit bretternden Schlagrhythmen und krachenden Gitarrenwänden sowie growlendem Grunzen oder grunzendem Growlen – das darf jeder für sich festlegen, wofür er am Ende mehr als 40 Minuten Zeit hat, bis der letzte Ton und das letzte bedrohliche Gurgeln von „Nous, le venin“ verklingt.
So und nicht anders muss die Post-Apokalypse angekündigt werden. Das entsprechende Klangbild hierfür schaffen MOURIR – erbarmungslos und unerbittlich.
Völlig überraschend dann die letzte Minute des Album-abschließenden Titeltracks – ein Über-10-Minüter – der sich mit weiblichem, sakralen Chor-Gesang verabschiedet und einen mehr als verblüfften Hörer hinterlässt, der dann vielleicht ein wenig seltsam dreinblickt – ganz ähnlich wie das bedrückende Männer-Antlitz des Album-Covers.
Das hat dann schon wieder was Avantgardistisches, auch wenn es keinesfalls Methode bei diesen vier französischen Post-Black-Metallern ist.
FAZIT: Ein Album für die besonderen Momente, in denen man all seine Wut herausschreien will und seine Stimme plus die brachiale Instrumentalgewalt aus E-Gitarren, Bass und Schlagzeug gegen den ganzen Scheiß des tristen Alltags erheben, der einen nackt dastehen und wild kämpfende Hunde beobachten lässt (Wie man es klar und deutlich auf der Rückseite des dreiflügeligen Digipaks – in dem zugleich alle französischen Texte zu finden sind – bewundern kann!), so als würde der Sieger des Kampfes sich dann über das verbleibende Würstchen, das einem da zwischen den Beinen hängt, hermachen. Das postrock-black/thrash-doom-metallische Finstermann-Quartett MOURIR sorgt mit „Nous, le venin“ (Wir sind das Gift) für die passende, vordergründig blackmetallische Untermalung dieser Szenerie, die auf den ersten malerischen Blick so friedfertig erscheint, während hinter deren Oberfläche die Apokalypse lauert.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Feu d'un regard
- Ennui Ennemi
- Mon reve animal
- Je est absent
- Aux inutiles
- Nous, le venin
- Bass - Theophile Antolinos
- Gesang - Oliver Lolmede
- Gitarre - Alexandre Berenguer, Oliver Lolmede
- Schlagzeug - Mael Pretet
- Nous, le venin (2026) - 10/15 Punkten
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