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Der Ganze Rest: hübsch. (Review)

Artist:

Der Ganze Rest

Der Ganze Rest: hübsch.
Album:

hübsch.

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Punkrock

Label: Dackelton Records
Spieldauer: 37:14
Erschienen: 03.10.2025
Website: [Link]

DER GANZE REST klingen „hübsch.“ und sind auf dem linken Auge blind. Denn sie ‘tragen das Herz am linken Flecke‘ und rufen dazu auf zu wählen um sich dem gesellschaftlichen Vormarsch des Populismus entgegenzustellen.
Dass populistische Argumente in der heutigen Zeit dabei jedoch auch aus den eigenen politischen Reihen kommen (siehe: die sog. Altparteien oder auch biedere und vermeintliche Revolutionsparteien wie Die Grünen), wird dabei geflissentlich ignoriert.


Nun gut, Kunst soll und darf sich frei ausdrücken (auch politisch), sollte aber dann auch die entsprechende Gegenmeinung aushalten. Die Schelte gegen die politisch Rechten zieht sich dabei als Roter Faden durch „hübsch.“ und beschreibt u.a. das gesellschaftliche „Kaltland“.
Klar, das ist Punkrock und das selbstauferlegte Szenefeindbild ist nun mal das sog. rechte Lager politischer Patrioten und/oder Nationalisten. Das ist an sich nicht verwerflich, aber als einseitiges Hassobjekt treten so manche Gutmensch-Vertreter in genau jene Falle von Plattitüden und Vorurteilen, die sie bei ihrem Kontrahenten anprangern.


Gleichzeitig rufen DER GANZE REST dazu auf, aus der eigenen Trägheit aufzuwachen, denn sonst steht der proklamierte „untergang“ schon vor der Tür. Trotzdem fahren sie aber im Namen der Liebe mit dem „lastenrad“ ans Meer.
Ist also die Liebe die universelle Antwort auf die Probleme der Welt?
Mag sein, zumindest lässt sich zu den Synth-lastigen Beats von Stücken wie „schmutz“ vortrefflich über den asphaltierten Gehsteig jeder Straße tanzen.


Und von „geistern“ beschützt, lässt es sich doch hervorragend in den Armen der/des Liebsten durch die nächtliche Gegend spazieren. Wenn es sein soll/muss dann auch gerne „für immer“. Dass besagte Ballade von Liebe und Zweisamkeit im Punkrock-Klischee (‘wir gegen den Rest der Welt‘) erzählt, passt thematisch gut ins Bild.
Das Finale „phosphor“ gibt sich melancholisch rau und lässt sogar Streicher zu, wodurch die markige ‘Stehaufmännchen-Haltung‘, die der Song transportiert, gleichsam rebellisch und doch ein wenig introvertiert erscheint. Was genau es mit dem knappen Hidden-Track „Goldfisch“ auf sich hat, erschließt sich jedoch auch nach mehrmaligem Hören nicht.


FAZIT: DER GANZE REST betonen ihre Punkrock-Wurzeln sowohl musikalisch als auch inhaltlich, wobei sich die dezidiert politische Ausrichtung mancher Stücke zwar durch die Haltung der Musiker erklärt, selbige aber eben einigermaßen unreflektiert in den Äther gebrüllt wird. Nun ist ein Album wie „hübsch.“ Immer noch in erster Linie Kunst. Und Kunst darf Kritik an jedweder sozialer Strömung (auch Politik ist im Grunde nichts anderes) üben, sollte aber eben auch gleiches Recht für alle gelten lassen und kritische Stimmen ihrerseits zulassen. Musikalisch lassen DER GANZE REST dagegen nicht allzu viel Raum für Mangelerscheinungen, denn ihre Musik ist schmissig komponiert, ohne glatt poliert zu klingen. Dass dabei mehr als ein knackiger Ohrwurm abfällt, liegt in der Natur der Sache.

Dominik Maier (Info) (Review 38x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • monoton
  • stimme
  • kaltland
  • subreal
  • untergang
  • meer
  • lastenrad
  • schmutz
  • unter der erde (ft. Dave Collide)
  • geister
  • für immer
  • versager der stadt (ft. White Sparrows)
  • phosphor
  • goldfisch (Hidden Track)

Besetzung:

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