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Feed the Beast: Ausgabe 6 (Review)

Artist:

Feed the Beast

Feed the Beast: Ausgabe 6
Album:

Ausgabe 6

Medium: Fanzine
Stil:

Feed the beast - and not the fascist monster!

Label: Eigenveröffentlichung
Spieldauer: 56 Seiten
Erschienen: 23.02.2026
Website: [Link]

Wie konnte das bloß passieren? – Da wollte Ipp doch nur mal locker zum Einstieg seiner Interviews ein, zwei Fragen zum Streaming-(Un-)Wesen stellen, und – schwupps! – schon beherrscht das einerseits betrübliche Thema weite Teile der sechsten Ausgabe seiner aus der zeitgenössischen Fanzine-Landschaft somit nicht nur ästhetisch herausragenden Publikation (die in englischer Sprache verfasst ist).

Was der neugierige Fragesteller wohl zumindest kaum ahnte: Während sich das Bauchgefühl der Interviewten beim andererseits faszinierenden Themenkomplex Streaming grundsätzlich ähnelt, so unterscheiden sich ihre Blickwinkel und Fokussierungen doch teils erheblich – und plötzlich kommt bei der lockeren Fragerunde wesentlich mehr rum als zunächst vermutet.
Somit kommt es auch nicht von ungefähr, dass Joan von Jade, während er seine Mühen beschreibt, den in Online-Statistiken erkennbaren Effekt einer Tour durch Nordamerika mittels Präsenz in den hyper-modernen Netzwerken zu verstärken, dem Fanzine-Bastler den Job als Social-Media-Guru der Band anbietet – und natürlich bereits bei der Idee lachen muss, steht das FEED THE BEAST mit seinem Erscheinungsbild doch für das absolute Gegenteil der (frei nach Zygmunt Bauman) "flüchtigen Moderne". Und das weiß nicht zuletzt der sympathische Frontmann der spanisch-deutschen Death-Metal-Formation sehr zu schätzen, wie er zum Ausklang des Gesprächs betont: "Du kannst dir nicht vorstellen, was es mir bedeutet, eine zweite Einladung von dir zu einem Gespräch bekommen haben, das so eigentümlich verläuft, wie es nur bei dir der Fall ist. Das verleiht dem Wirken in einer Band, zumindest so wie ich es verstehe, mit einem einzigartigen Gemeinschaftsgefühl und geteilter Leidenschaft, wirklich Sinn.“ Und ein solches Lob sagt sicher eine Menge über den Ansatz und die Umsetzung von Ipp aus, der hoffentlich in der Lage ist, diese Worte sinken zu lassen und aus ihnen Motivation für weitere Raubtierfütterungen zu ziehen.


Zum Kampf gegen jederzeit unzeitgemäße Ideologien ruft der Poison Drinker vom Prehistoric Warcult gleich zu Beginn eines ausführlichen Gedankenaustauschs auf, und kündigt im Folgenden lieber drei weitere Split-Veröffentlichungen an, als dass er Gedanken an ein zweites Langspielalbum verschwendet. Zudem wird das Geheimnis um den Auftritt des tobsüchtigen Trios in den Gertrudenberger Höhlen gelüftet. Genau solche Stories zeichnen das FEED THE BEAST als lesenswertes Fanzine – von einem Fan für Fans – aus, wobei ich angesichts der Gestaltung nicht nur dieses Artikels mal wieder meinen Hut ziehe, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass der vorzeitliche Kriegskult anstelle einer Keule mit einem reichhaltigen Promo-Foto-Ordner aufwartet. Ipp verleiht jeder Story ihr eigenes Antlitz, in welchem viel vom Charakter der jeweiligen Band ästhetisch aufschimmert – ohne Vorschlaghammer.


“Mein Stapel neuer Alben, die ich noch nicht richtig gehört habe, wächst konstant“, gibt A. von Dead Void im Interview zu Protokoll. „Die Tatsache, dass es sich um physische Alben handelt, erinnert mich auf angenehme Weise daran, dass ich, wenn sich die Gelegenheit ergibt, ihnen Zeit widmen kann. So entdecke ich großartige Alben (wieder).“ Wer liest, was der Däne über seine eigene Musik erzählt, dessen Neugier dürfte geweckt werden, sich auch diese mal näher zu Gemüte zu führen - bloß in welcher Abspielgeschwindigkeit...?!


Weitere Interviews hat Ipp mit Ashen Tomb, Drowned, Greh und Tales of Mike geführt. In punkto Druckqualität setzt das FEED THE BEAST einmal mehr Maßstäbe und ist mit einem Preis von nur 3,50 € plus 1,80 € für Porto unschlagbar günstig. Bestellungen richtet Ihr an: feedthebeastfanzine@gmx.de Ipp legt Euch nach Möglichkeit noch einige Bandcamp-Downloads dazu.

FAZIT: Mit unverkennbarer Optik überrascht die sechste Ausgabe des FEED THE BEAST 'zines inhaltlich mit einem Schwerpunkt auf Streaming und damit verbundene Themen, doch das Unvorhersagbare macht auch einen Teil des Hefts aus, dessen Qualität vor allem darin liegt, die interviewten Bands so persönlich wie möglich zu präsentieren.

Thor Joakimsson (Info) (Review 112x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
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Tracklist:
  • Interviews mit:
  • Ashen Tomb
  • Dead Void
  • Drowned
  • Greh
  • Jade
  • Prehistoric warCult
  • Tales of Mike

Besetzung:

  • Keys - Ipp

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
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